Die Rotatorenmanschette ist eine sehnige Platte, welche sich insgesamt aus Sehnen von vier Muskeln zusammensetzt und sich über den Oberarmkopf spannt und bei Abspreizen des Armes die Zentrierung des Oberarmkopfes in die Gelenkpfanne gewährleistet. Risse der Rotatorenmanschette sehen wir meist bei älteren Menschen. Sie entstehen auf dem Boden von Verschleißveränderungen. Viele Patienten geben einen Sturz auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm als auslösende Ursache an, oder sie empfinden erstmals Beschwerden nach ungewohnten Arbeiten oder plötzlichen unkoordinierten Bewegungen. Jüngere Patienten erleiden nur selten einen Rotatorenmanschettenriß. Bei ihnen kommt es eher zu einem knöchernen Ausriß am oberen Pol des Rollhügels am Oberarmkopf mit Ausbildung eines Blutergusses. Ein Rotatorenmanschettenriß kann auch bei einer Schulterverrenkung entstehen. Das typische Bild dieser Verletzung oder Erkrankung zeigt sich in einer passiv freien Beweglichkeit der Schulter, bei aktiven Bewegungen findet man entweder einen schmerzhaften Bogen oder eine sogenannte Pseudoparalyse, bei der der Arm nur mit Mühe aktiv angehoben und allenfalls kurzfristig in der Waagerechten gehalten werden kann. Beweisend für den Rotatorenmanschettenriß sind die Sonografie, die Kernspintomografie und letztendlich die Arthroskopie des Schultergelenkes. Zusätzlich können Teileinrisse der Rotatorenmanschette bestehen, welche gleiche Symptome wie vollständige Risse hervorrufen können. Ihr diagnostischer Nachweis ist aber ungleich schwieriger. Hier bringt häufig erst die Arthroskopie des Schultergelenkes Aufschluss.

|
|
Der Eingriff erfolgt über einen vorderen Zugang im vorderen Schulterbereich. Ist die operative Behandlung des Rotatorenrisses notwendig, stellt sich die Frage nach dem idealen Zeitpunkt der Operation. Wenn es sich um einen wirklich unfallbedingten Riß der Rotatorenmanschette handelt, muß eine sofortige operative Rekonstruktion durchgeführt werden. Handelt es sich jedoch, wie oben erwähnt, bei älteren Menschen meist um verschleißbedingte Prozesse ist ein konservativer Therapieversuch für etwa drei Monate sinnvoll. Bei fortbestehender Beschwerdesymptomatik insbesonders Schmerzen bei Bewegung, aber auch nachts, ist die Indikation zur Operation gegeben. Wir führen den Eingriff in der OstseePraxisKlinik durch.
Eine Vollnarkose ist notwendig, die Lagerung erfolgt in halbsitzender Lagerung . Der Zugang erfolgt kurz vor der Schulterhöhe. Nach Präparation der Weichteile wird der Riss dargestellt und entsprechend operativ versorgt. Nach der Operation erfolgt keine besondere Ruhigstellung des Armes. Es wird schon ab dem dritten postoperativen Tag mit der frühfunktionellen Behandlung begonnen. Aktive Abspreizbewegungen des Oberarmes sind für 6 Wochen nicht erlaubt. Nach Wundheilung am 10. postoperativen Tag werden die Fäden entfernt. Die weitere ambulante Krankengymnastik erfolgt durch unsere Physiotherapie.

|